Elektrische Servolenkung für Rallye und historischen Motorsport.
Rallye und Wettbewerb: Warum immer mehr Fahrer auf elektrische Servolenkung umsteigen
Auf einer VHC-Rallyestrecke zählt jeder Handgriff. Ein falsch verhandelter Haarnadelkurve, eine zu späte Kurskorrektur um einen Bruchteil einer Sekunde, und schon landet man im Straßengraben. Seit einigen Jahren verändert eine technische Feinheit diskret das Geschehen in den Boxen: Immer mehr Fahrer rüsten ihr historisches Auto mit einer elektrischen Servolenkung aus. Hier ist warum.
Das Problem, das jeder Oldtimerfahrer kennt
Ein historisches Rallyeauto wurde ursprünglich nie für den Wettbewerb konzipiert, wie wir ihn heute kennen. Die Prüfungen sind schneller, die Verbindungsstrecken länger, die Veranstalter anspruchsvoller. Das Ergebnis: Ein Fahrer kann 6, 8, manchmal sogar 10 Stunden am Steuer an einem einzigen Wettkampftag verbringen. Ohne Unterstützung stellt sich schnell Ermüdung in Armen und Schultern ein, und Ermüdung führt im Wettbewerb direkt zu einem Verlust an Präzision.
Genau hier ändert die elektrische Servolenkung konkret das Fahrerlebnis.
Eine Steigerung der Präzision, nicht nur des Komforts
Elektrische Unterstützung wird oft mit Komfort in Verbindung gebracht. Im Wettbewerb ist es vor allem ein Leistungswerkzeug. Eine leichtere Lenkung bei langsamen Manövern (Haarnadelkurven, Tankstopps, technische Abschnitte), die aber bei hohen Geschwindigkeiten ein Rückmeldung bietet, ermöglicht dem Fahrer:
- Schnellere Korrekturen beim Ausgang von Kurven ohne übermäßigen Kraftaufwand in den Armen
- Energie zu sparen bei langen Prüfungen, um länger konzentriert zu bleiben
- Das Gefühl zu verfeinern durch eine einstellbare Härte entsprechend dem Fahrstil, Asphalt, Schotter oder schnelle Sonderprüfung
Im Gegensatz zu einer herkömmlichen hydraulischen Servolenkung „glättet“ ein gut kalibrierter elektrischer Satz nicht die Empfindungen: Er macht sie einfach über die Zeit angenehmer.
Der Punkt, den die Veranstalter genau betrachten: die Zulassung
Im historischen Rallye müssen alle technischen Zusätze den Regeln entsprechen. Das ist oft die erste psychologische Barriere für die Fahrer: "Werde ich bei den technischen Abnahmen abgelehnt?"
Gute Nachricht: Elektrische Servolenkungskits wie EZ Power Steering sind für den Rallyesport, VHC-Rallyes und Driftwettbewerbe in Europa zugelassen und TÜV-qualitätszertifiziert. Dies ist ein Punkt, der vor der Montage überprüft werden sollte, aber bei dieser Art von Kit ist die Regelkonformität unbestritten.
Und was passiert bei einem elektrischen Ausfall mitten auf der Wertungsprüfung?
Das ist die Nummer eins Frage der Wettkampffahrer, und sie ist berechtigt: Bei einer Zeitprüfung ist kein Ausfall akzeptabel, insbesondere wenn er das Auto lahmlegt.
Die technische Antwort ist einfach: Das System ist so konzipiert, dass es sich bei einem Stromausfall automatisch entkoppelt. Die Lenkung wird dann wieder ununterstützt schwerer, aber voll funktionsfähig. Der Fahrer kann die Wertungsprüfung beenden und die Assistenz erreichen, ohne aus dem Rennen genommen zu werden. Keine herkömmliche hydraulische Lenkung bietet dieses Maß an passiver Sicherheit.
Eine echte Gewichts- und mechanische Zuverlässigkeitsverbesserung
Im Wettbewerb zählen jedes Kilogramm und jeder Zuverlässigkeitspunkt. Eine herkömmliche hydraulische Servolenkung umfasst eine Pumpe, Schläuche, einen Flüssigkeitsbehälter und einen zusätzlichen Riemen am Motor, alles Elemente, die undicht werden, brechen oder Motorleistung verbrauchen können (normalerweise 3 bis 4 PS während des Betriebs).
Ein elektrischer Satz wird vollständig im Innenraum unter dem Lenkrad installiert, ohne den Motorraum oder das Fahrwerk zu berühren. Konkret bedeutet das:
- Kein Flüssigkeitsleck während der Prüfung möglich
- Kein Leistungsverlust des Motors
- Sehr geringer Stromverbrauch (5 bis 7 Ampere bei vollen Manövern)
- Keine sichtbare Änderung des Motorraums, die für die historische Konformität des Fahrzeugs relevant ist
Was sich tatsächlich über eine Rallyesaison ändert
Die Rückmeldungen von Fahrern, die historische Autos fahren, führen alle zu denselben Erkenntnissen: Weniger Ermüdung am Ende des Rennens, mehr Beständigkeit bei der Fahrt über lange Verbindungsetappen und die Fähigkeit, das Bremsen bis spät mit Vertrauen zu verzögern, ohne Angst zu haben, in der Anstrengung die Kontrolle zu verlieren.
Dies ist kein Luxusgadget für die Straße. Es wird für viele historische Stätten langsam zum Standard.